Guter Einstand für unseren sachkundigen Bürger Manfred Seidel im Ausschuss für Infrastruktur und Mobilität: Bereits im Oktober 2018 hatte Seidel angeregt, die Geschwindigkeit auf der Wasserstraße zwischen Sanderweg und Am Hülsenbusch auf Tempo 30 zu beschränken. Dort befinden sich Schulen, Kindergärten und eine Altenwohnanlage für demenzkranke Menschen.

Die Verwaltung teilte im Ausschuss am 19.02 nun mit, dass dort nun eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf 30 km/h mit der zeitlichen Beschränkung „Mo-Fr, 7 -16.30 h“ angeordnet wird. Manfred Seidel zeigt sich über die Mitteilung der Verwaltung erfreut: „Die Geschwindigkeitsbeschränkung wird für mehr Verkehrssicherheit für Jung und Alt in diesem Bereich sorgen.“

„Die Arbeit des Kulturbüros verdient ohne Zweifel hohe Anerkennung. Die freie Szene in Bochum wird nachhaltig gefördert und es werden transparente Nachweise über diese Förderung geführt“. Diese Aussage machte Kulturausschußmitglied Klaus-Peter Hülder (Fraktion UWG: Freie Bürger) in der letzten Sitzung in der Diskussion über die öffentliche Unterstützung der freien Szene.

Überrascht zeigte sich Hülder darüber, dass es über die Versetzung des Denkmals des Grafen Engelbert, der für die Bochumer Stadtgeschichte große Bedeutung hat, keine Einigung im Ausschuß über den vorgesehenen Standort gab und daher von der Verwaltung eine neue Vorlage gefordert wurde. Erfreut zeigte sich Hülder indes über den Jahresabschlußbericht für das Schauspielhaus. Trotz der Verluste in Höhe von 537000 Euro zeige der Lagebericht auf, so Hülder, dass wegen des Personalkostenthemas und dem nach wie vor vorhandenen Sanierungsbedarf die Liquidität dieser überaus wichtigen Einrichtung jederzeit gesichert sei.

Klaus-Peter Hülder: „Gut ist es auch, dass der Bau des Empfangsgebäudes mit Museumsbahnsteig für das Eisenbahnmuseum trotz einer Arbeits-Verzögerung bei den lüftungstechnischen Anlagen in wenigen Monaten zuende geführt werden kann.“

Der Rat der Stadt Bochum hat in der Sitzung am 29.11.2018 beschlossen, eine Beteiligung an der GAFÖG (Gelsenkirchener Arbeitsförderungsgesellschaft) zu erwerben. Ziel der Beteiligung soll es sein, Projekte im Bereich „öffentlich geförderte Beschäftigung“ umzusetzen.

Durch die Schaffung von sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen – verbunden mit Coaching und arbeitsmarktnaher Qualifizierung – soll die berufliche Integration von Menschen mit mehreren Vermittlungshemmnissen ermöglicht werden. Allerdings, so der sozialpolitische Sprecher der UWG: Freie Bürger, Hans-Josef Winkler, seien noch viele Fragen offen. Für die kommende Sitzung des Ausschusses für Arbeit, Gesundheit und Soziales möchte Winkler nun wissen, ob die Beteiligung der Stadt Bochum an der GAFÖG bereits rechtskräftig abgeschlossen ist. Sollte dies der Fall sein, dann möchte er den Vertrag zur Kenntnisnahme vorgelegt bekommen.

„Die GAFÖG verfügt über einen Beirat. Wie verhält sich das mit der Vetretungsregelung, ist Bochum überhaupt mit dabei und mit wem?“, sagt Winkler, der in seiner Anfrage auch den Punkt anspricht, ob inzwischen die Standortfrage für die GAFÖG-Dependance in Bochum geklärt sei und wann der Betrieb aufgenommen wird. Zudem: „Zur besseren Einordnung und Information über die Arbeit der GAFÖG haben wir schon mehrfach angeregt, dass sich die GAFÖG mit ihrem Geschäftsführer im AGS vorstellt. Kann die Verwaltung schon einen Termin für die Vorstellung der GAFÖG im Ausschuss nennen?“

Wenn’s um umweltfreundliche Technik im öffentlichen Nahverkehr geht, stehen wasserstoffbetrieben Busse an erster Stelle. Darauf wies Jens Lücking, Ratsmitglied von der Unabhängigen Wählergemeinschaft UWG: Freie Bürger vor einiger Zeit hin, und formulierte einen entsprechenden Antrag, dass sich Bochum dieser Antriebsform nicht verschließen solle. Die Diskussionen danach waren kurz und sachlich, das Ergebnis einstimmig. „Es ist ein Erfolg für Bochum, dass der Ausschuss für Infrastruktur und Mobilität unserer Initiative gefolgt ist, Wasserstoff als alternative Energie für den Bochumer ÖPNV prüfen zu wollen“, so Lücking. Das war im Oktober letzten Jahres.

Die Bogestra hat sich seitdem intensiv mit dem Thema beschäftigt, wie es nun in der aktuellen Sitzung des Mobilitätsausschuss deutlich wurde. „Ich muss feststellen, dass unsere Anregung angekommen ist. Der Vertreter der Bogestra hat das Thema in seinem Vortrag gut dargestellt hat und auch darauf verwiesen, dass die Bochumer im Austausch mit den Städten stehen, die bereits Busse mit Wasserstofftechnik einsetzen“, resümiert Jens Lücking. Die Bogestra werde aber zunächst die Elektro-Variante ausprobieren. Die Notwendigkeit, eigene Test durchzuführen, bestehe derzeit aber nicht, dafür werde sich das Unternehmen parallel an den Auswertungen beteiligen, die in anderen Städte durchgeführt werden. „Und wenn klar ist, dass die Wasserstoff-Alternative problemlos und effizient im Alltag einsetzbar ist, dann ist Bochum gut aufgestellt und sofort mit mit am Ball.“

Wegen erhöhter Stickoxid-Belastungen an der Herner Straße zwischen den beiden Autobahnen A 43 und A 40 wurde im Oktober 2018 Tempo 30 eingeführt. Allerdings: „Über die positive Wirkung von Tempo 30 an innerörtlichen Hauptverkehrsstraßen bestehen vielerorts Unsicherheiten und daraus resultierende unterschiedliche Auffassungen“, sagt Hans-Josef Winkler von der UWG: Freie Bürger und verweist auf einen Artikel in der „Welt“ vom 18.12.2018. Da äußerte sich das Bundesverkehrsministerium zu dem Thema.

„Die Einrichtung von Tempo-30-Zonen zur Luftreinhaltung wird nicht empfohlen, da dies nicht zwangsläufig zu einer Verminderung der Fahrzeugemissionen und damit zu einer Verbesserung der Luftqualität führt”, wird Verkehrsstaatssekretär Steffen Bilger zitiert. Entscheidend für eine Reduzierung des Schadstoffanteils in der Luft sei „in aller Regel eine Verstetigung des Verkehrsflusses, weniger die Reduzierung der Höchstgeschwindigkeit. Auf weitgehend ebener Strecke und bisher schon gutem Verkehrsfluss bewirkt ein Tempolimit von 30 Stundenkilometern im Vergleich zu Tempo 50 höhere Stickoxid-Emissionen.” Das Ministerium verweist mit dieser Einschätzung auf die entsprechenden Ergebnisse der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt).

„Da möchten wir schon gerne wissen, wie die Verwaltung die Ergebnisse der ersten Monate des Tempo-30-Modellversuchs an der Herner Straße bewertet“, sagt Winkler. Für den Ausschuss für Infrastruktur und Mobilität hatte er daher einen Fragenkatalog verfasst: Wann werden die Messwerte der Messstelle an der Hernerstr, der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt? Warum sind die Messwerte der Messstelle an der Hernerstraße nicht auf der Homepage des Umweltbundesamtes abrufbar? Messstellen aus vielen anderen Ruhrgebietsstädten sind hier aufgeführt. Wie nimmt die Bevölkerung bzw. Verkehrsteilnehmer*innen Tempo 30 auf? Und: Ist eine Verdrängung des Verkehrs in die umliegenden Straßen festzustellen? Die Anfrage, so wurde es uns im Ausschuss mitgeteilt, wird von der Verwaltung schriftlich beantwortet werden.

Es sei gut, dass die Verwaltung ihre Kommunikationsfehler erkannt habe und dass man zukünftig Bürger und Politik zeitnah und detailiert über Baumfällungen größeren Ausmaßes informieren wolle – sei es durch Berichterstattung im Fachausschuss und in der jeweils zuständigen Bezirksvertretung. „Auch die Zusage von Stadtbaurat Dr. Markus Bradtke, mit den Anwohnern im Dialog zu bleiben, ist begrüßenswert“, so fasste Hans-Josef Winkler, UWG: Freie Bürger-Bezirksvertreter in Wattenscheid und Mitglied im Umweltausschuss die Ergebnisse der Sitzung zusammen.

Die Erklärungen im Ausschuss für Umwelt Sicherheit und Ordnung über die Notwendigkeit der Rodungsmaßnahme, vorgetragen von Stadtförster Martin Erben, seien für Laien sehr verständlich gewesen. „Nach heutigen Erkenntnissen wäre eine Bepflanzung, die an der Stelle vor rund 50 Jahren vorgenommen worden, nicht mehr möglich. Die Sicherheit des Fahrzeugverkehrs und der am Verkehr teilnehmenden Personen haben Priorität. Der alte Baumbestand hätte diese Sicherheit nicht mehr gewährleistet, da man durch umstürzende Bäume und herababfallende Äste bei starken Stürmen gefährdet worden wäre. Ein zeitgemäßer Waldumbau kann nur durch radikales Abholzen des Altbestandes gelingen.“

Winkler: „Beantwortet wurde auch unsere Frage zum Artenschutz, dass nämlich in dem abgeholzten Gebiet keine artengeschützten Lebewesen vorhanden sind oder waren, allenfalls hielten sie sich dort für eine kurze Verweildauer zur Nahrungsaufnahme auf.“ Zu begrüßen sei es auch, dass im Frühjahr 2019 mit der Aufforstung des Gebietes nach modernen Gesichtspunkten begonnen werde – 30 Eichen werden gepflanzt und dazwischen werde es blühende Sträucher geben.

„Mein Lob gilt den Anwohnern, die mit ihrem Protest dafür gesorgt haben, dass bei der Fachverwaltung ein Umdenken stattgefunden hat. Ein Nachtreten sollte ausbleiben, haben wir doch erfahren, dass gemeinsames Reden und vernünftige Aufklärung immer noch der bessere Weg ist, miteinander umzugehen.“ Hans-Josef Winkler: „Freuen wir uns also ab 2019 auf neue Ein- und Ausblicke am Zeppelindamm frei nach unserem Motto ‚Klarheit, Wahrheit, Offenheit‘.“

Die beachtlichen Baumfällarbeiten am Zeppelindamm sowie die fehlende Kommunikation der Bochumer Verwaltung vor Durchführung der Maßnahme sorgen bei den Bürgern für Unmut, Unverständnis und zahlreiches Kopfschütteln. „Die Befürchtungen der Menschen, wie es dazu kommen konnte und wie es eventuell weitergeht, sind für uns Anlass, Fragen im Umweltauschuss zu stellen“, sagt Hans-Josef Winkler von der UWG: Freie Bürger.

Winkler hat sich die Situation vor Ort angeschaut und nahm auch an der Bürgerversammlung teil. Zudem ist er Mitglied im Ausschuss für Umwelt, Sicherheit und Ordnung. Der Fragenkatalog ist lang, zum Beispiel möchte Winkler gerne wissen, wann  die Bezirksvertretung Wattenscheid über den Zeitpunkt und außergewöhnlichen Umfang der Maßnahme unterrichtet wurde und wann und von wem die Prüfung über die Notwendigkeit der Maßnahme durchgeführt wurde. „Sind Rodungsmaßnahmen in dem Bereich und in diesem Umfang geplant, über die die Politik noch nicht in Kenntnis gesetzt wurde? Ist der Naturschutzbeirat zu dieser Maßnahme angehört worden? Welche ökologische Beeinträchtigung ergibt sich durch die Fällarbeiten? Und wie wirkt sie sich auf die klimatischen Verhältnisse in Wattenscheid-Höntrop/Eppendorf und auch auf die Lärmbelästigung der nahe gelegenen Wohngebiete aus?“, so weitere Punkte, die er geklärt haben möchte.

Für die UWG: Freie Bürger ist auch wichtig zu wissen, ob der Artenschutz geprüft wurde, wann mit einer Aufforstung in dem Bereich zu rechnen ist und mit welchen weiteren „Waldumbaumaßnahmen“ in dem betroffenen Bereich und im gesamten Bochumer Stadtgebiet in der nächsten Zeit zu rechnen ist.

Die UWG: Freie Bürger fragt für die Sitzung zur 23. Sitzung des Ausschusses für Arbeit, Gesundheit und Soziales am 11.10.2018 nach den  Auswirkungen des Unterhaltsvorschussgesetzes (UVG) für Bochum

Am 17.08.2017 ist die Reform des Unterhaltsvorschussgesetzes rückwirkend zum 01.07.2017 in Kraft getreten. Seitdem sind auch Kinder zwischen den 12. und 18. Lebensjahren bezugsberechtigt, wenn sie keine Leistungen nach SGB II erhalten. Zudem ist die bisherige Bezugsdauer von 72 Monaten aufgehoben worden. Durch diese Leistung soll der Lebensunterhalt des Kindes zumindest teilweise gesichert werden, wenn der familienferne Elternteil der Aufforderung zur Zahlung nicht nachkommt. Es ist ein Schritt in die richtige Richtung, um Kinderarmut vorzubeugen, zu vermeiden oder mindestens zu lindern.

Die UWG: Freie Bürger fragt an:
Wie hoch ist der Anteil der zahlungssäumigen Elternteile in Bochum?

Sind die Im Haushalt eingeplanten Mittel für Unterhaltsvorschuss ausreichend aus der derzeitigen Erkenntnislage?

Wie hoch ist der Anstieg der Fallzahlen seit der vor einem Jahr in Kraft getretenen Regelung?

Welche personellen und sachlichen Auswirkungen hat das neue Unterhaltsvorschussgesetz auf das Jugendamt der Stadt Bochum?

Wie wirkt sich das Gesetz auf Teilhabechancen von Kindern und Jugendlichen insbesondere unter Armutsaspekten aus?

Welchen Erfolg hat die Stadt Bochum bei den Bemühungen, die Unterhaltsvorschüsse von dem zur Zahlung verpflichteten Elternteil zurückzufordern und auch zu erhalten?

Josef Winkler

Im Ausschuss für Beteiligungen und Controlling am 21.2.2019 wurde der Jahresabschluss 1.8.2017 – 31.7.2018 beraten.

Zuvor hatte der Kulturausschuss sich des Themas angenommen.

Der Jahresfehlbetrag beträgt – 537 T €, der durch die Auflösung von 500 T € Rücklagen –wegen Intendantenwechsel- mit – 37 T € das Eigenkapital im neuen Geschäftsjahr belastet.

Der Jahresfehlbetrag ist der zweite Fehlbetrag in Folge (- 435 T € Geschäftsjahr 1.8.2016- 31.7.2017).

UWG: Freie Bürger- Fraktionsvorsitzender Karl Heinz Sekowsky fragte nach der Eigenkapitalsituation, nach den Auswirkungen der Theater- Betriebszulage, nach der Gesamt- Personalkosten- Situation, nach den Sanierungsbedarfen u.a..

Bedenklich die Aussagen des kaufmännischen Direktors (sinngemäß): „Wenn die Stadt Bochum sich auf Sicht nicht zu einer Anhebung der Zuschüsse entschließen kann, würde möglicherweise die Qualität des Angebotes auf Dauer nicht haltbar sein.“

Die Immobilie Schauspielhaus wird auch weiterhin auf Jahre hinaus mit nicht unerheblichen Mitteln der Stadt auf Vordermann gebracht werden müssen.

Aber auch Positives wurde vermeldet: das Jahresergebnis des laufenden Geschäftsjahres 1.8.2018- 31.7.2019 wird voraussichtlich deutlich positiv ausfallen. Dies wird möglich u.a. durch die Erhöhung des Betriebskostenzuschusses des Landes NRW.

Fazit: Es bleibt viel zu tun (künstlerische Qualität, Technik, Facility, Kostendeckungsgrad), um, wie von vielen Theater- Enthusiasten gewünscht, wieder in der 1. Liga mitspielen zu können. Auch selbstverständlich aber keineswegs hervorragend der uneingeschränkte Prüfvermerk des Wirtschaftsprüfers.