Wie sehen Stadtviertel der Zukunft aus? Mit dieser Frage beschäftigen sich das Forschungsprojekt „Urbane Produktion“ des Instituts Arbeit und Technik in Gelsenkirchen gemeinsam mit dem Verein „Die Urbanisten“. Beim Fraktionsgespräch mit der UWG: Freie Bürger erläuterten Kerstin Meyer (Urbane Produktion) und Jan Bunse (Die Urbanisten e.V.) ihren Ansatz, inwieweit alternative Produktions- und Dienstleistungsideen zu einer Quartiers-Revitalisierung beitragen können. Es geht vor allem darum, neue Geschäfts- und Betreibermodelle zu erproben, um dem Leerstand zu begegnen. Konkret geschieht dies derzeit in Wattenscheid in der Hochstraße.

Durch technische Entwicklungen, wie zum Beispiel dem 3-D-Druck, entstehen neue Fertigungsmöglichkeiten, die auch in neue Wirtschaftszweige münden können. Junge Gründerfirmen beschäftigen sich zum Beispiel mit dem Upcyling, stellen aus Rest- und Altholz Möbel, Leuchten oder Wohn-Acceesoires her. Oder sie möchten ein Food-Labor etablieren (Gemeinschaftsküche zum Ausprobieren, in der selbstgemachte Marmeladen oder andere Produkte hergestellt und verkauft werden können) oder möchten die Idee des Unverpackt-Ladens vorantreiben.

Sie alle suchen Räume, um ihre Produkte zu fertigen und verkaufen zu können. Allerdings verfügen sie nicht über ein starkes finanzielles Polster, um die Mieten zahlen zu können. „Da setzen wir zunächst an, reden mit den Eigentümern, suchen Lösungen, dass eventuell für eine Zeit nur die Nebenkosten gezahlt werden“, sagt Kerstin Meyer, die mit dem Bochumer Stadtplanungsamt, der Wirtschaftsentwicklung, dem Stadtteilbüro „Soziale Stadt“ und der Wattenscheider City-Managerin Teresa Deckert eng zusammenarbeitet. Allerdings stehe man noch ganz am Anfang und arbeite sehr kleinteilig.

„Uns begegenen viele Menschen zunächst mit Skepsis“, sagt sie auch, wohl weil der Begriff „Urbane Produktion“ noch nicht in aller Munde ist. Im Kern geht es bei diesem ganzheitlichen Modell darum, dass Nachhaltigkeit, kurze Wege für Produzenten und Konsumenten, Netzwerkaktivitäten und bürgerschaftliches Engagement im Stadtteil miteinander verknüpft werden. „Wir beziehen gerade ein Ladenlokal in der Hochstraße und werden ab Februar im Rahmen von Workshops, Diskussionsforen und Vorträgen unser Thema in die Öffentlichkeit bringen. Zugleich stehen wir dann auch als Info- und Kontaktbörse für Gründer und Nachbarn zur Verfügung.“

„Es ist zwar ein schwieriges Umfeld für neue Ideen, aber sie sind definitiv unterstützungswürdig und man sollte ihnen eine Chance geben“, resümierte Karl Heinz Sekowsky, Fraktionsvorsitzender der Unabhängigen Wählergemeinschaft UWG: Freie Bürger den informativen Austausch.

Kontakt und weitere Infos: www.urbaneproduktion.ruhr und www.dieurbanisten.de.

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