Es ist richtig und wichtig, dass im Rahmen des ISEK der August-Bebel-Platz eine entscheidende Rolle für die Zukunft Wattenscheids spielt. Doch sollen hier autofreie Utopien auf dem Rücken der inhabergeführten Geschäfte ausgetragen werden?

„Die Diskussion über den motorisierten Individualverkehr in Wattenscheid darf nicht ideologisch geführt werden, sondern sollte an den tatsächlichen Bedürfnissen der Menschen ausgerichtet sein. Die individuellen Mobilitätsansprüche der Bürger*innen sollte man nicht gegeneinander ausspielen, sondern gleichberechtigt nebeneinander fortentwickeln“, so der Fraktionsvorsitzende der Bezirksfraktion der UWG: Freie Bürger, Hans- Josef Winkler.

So wäre es denkbar, dass der motorisierte Individualverkehr mit einer Geschwindigkeit von Tempo 20 geführt würde. Der gewollte Platzcharakter lässt sich auch ohne „MIV“ (Motorisierter Individualverkehr) schwerlich herstellen, solange der Platz durch Schienen und Busspuren zweigeteilt sein wird. Auch wird es ohne Individualverkehr Regelungen für Fußgänger durch Ampelanlagen geben müssen. Der gesamte Straßenraum soll einheitlich gestaltet, gepflastert und begrünt werden. Randsteine sollen möglichst verschwinden. Es sollte eine Abfolge von Plätzen und Zonen unterschiedlicher Aufenthaltsqualität entstehen. Der Platz kann dann auch mit Individualverkehr durch die geringe Geschwindigkeit des motorisierten Verkehrs für Fußgänger erlebbar werden und so zum Verweilen, Einkehren und zum Austausch einladen.

Die Unabhängige Wählergemeinschaft wird sich weiterhin für eine gesunde Mischung aller Verkehrsteilnehmer*innen einsetzen. „Im Übrigen hätten wir von der Werbegemeinschaft erwarten dürfen, dass sie bei dem Vorhaben der Bürgerbefragung die politische Kraft, die sich als Erstes öffentlich zu dem Thema geäußert hat und auch Kontakt zu den Geschäftsleuten des August-Bebel-Platz aufgenommen hat, mit einbezogen hätte“, so Winkler.