In diesem Jahr werden das Schauspielhaus, die Symphoniker und das stadthistorische Museum (heute ein Teil des Stadtarchivs) 100 Jahre alt. Die damit verbundenen Feierlichkeiten wurden kürzlich im Musikforum in einer gemeinsamen ausverkauften Veranstaltung eingeleitet. „Das war ein stimmungsvolles und überzeugendes Erlebnis“, sagt Klaus-Peter Hülder von der UWG: Freie Bürger und Mitglied des Kulturausschusses.

Das Stadtarchiv hatte die Grundlage für die Feier geschaffen, in dem das historische Fundament durch Betrachtungen des Gründungsjahres 1919 deutlich wurde. Die Schauspieler Karin Moog, Konstantin Bühler und Guy Clemens erinnerten in einer szenischen Lesung – eingerichtet von Intendant Johan Simons – an die Zeit zwischen dem Ende des 1. Weltkrieges und dem Startschuß ins Bochumer Kulturleben – so wurde beispielsweise über die seinerzeitigen Vertragsverhandlungen mit dem legendären Saladin Schmitt und das erste Konzert der Symphoniker berichtet.

Vorgetragen wurde eine Szene aus jenem Stück, das am 13. April 1919 zur Eröffnung des Schauspielhauses gespielt wurde: Franz Grillparzers „Des Meeres und der Liebe Wellen“. Obwohl die Menschen massiv unter den Wirren des Krieges und der Rationierung von Lebensmitteln litten,  hatten damals die Bochumer Stadtväter die kulturelle Zukunft ihrer Stadt im Blick. Dies betonte auch Oberbürgermeister Thomas Eiskirch in seiner Eröffnungsrede. Eiskirch stellte dabei die beispielhafte Größe der Bochumer Kultureinrichtungen heraus.

Die Musik des Abends wurde durch Mitglieder der Symphoniker und des Jugendsinfonierorchesters gestaltet. Unter dem Dirigat von Norbert Koop, dem zukünftigen Leiter der Musikschule, und Steven Sloane wurden unter großem Beifall die Ouvertüre aus Beethovens „Fidelio“ und Dvoraks „Aus der neuen Welt“ gespielt. Klaus-Peter Hülder: „Ich freue mich auf all die Veranstaltungen, die in diesem Jahr noch zu erwarten sind.“